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Genießen. Bewahren. Wasser ist Leben. Wasser ist das Thema der diesjährigen Kneipp Challenge, dem Kreativwettbewerb des Kneipp-Bundes e.V.
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Kneipp Challenge 2026 - Gesundheitsjournal

Bewegung hält das Gehirn in Schwung

Wer regelmäßig spazieren geht oder sich sportlich betätigt, stärkt nicht nur Herz, Muskeln und Gelenke. Auch das Gehirn profitiert davon. Was lange Zeit kaum vorstellbar schien, gilt heute als gut belegt: Körperliche Bewegung kann dazu beitragen, die geistige Leistungsfähigkeit bis ins hohe Alter zu erhalten und das Risiko für Gedächtnisprobleme zu verringern.

Noch vor wenigen Jahrzehnten gingen Wissenschaftler davon aus, dass das Gehirn im Erwachsenenalter weitgehend unveränderlich sei. Heute weiß man, dass es ein Leben lang lernfähig bleibt. Fachleute sprechen von Neuroplastizität – der Fähigkeit des Gehirns, neue Nervenzellverbindungen aufzubauen und bestehende Netzwerke ständig umzustrukturieren. Bewegung scheint einer der stärksten natürlichen Impulse für diesen Prozess zu sein.

Besonders eindrucksvoll zeigte dies eine viel zitierte Studie der Neurowissenschaftlerin Kirk I. Erickson von der University of Pittsburgh. Die Forschenden begleiteten ältere Erwachsene über ein Jahr hinweg und ließen einen Teil der Teilnehmenden regelmäßig zügig spazieren gehen. Mithilfe von Magnetresonanztomografien konnten sie nachweisen, dass sich der Hippocampus – jene Hirnregion, die eine zentrale Rolle für Lernen und Gedächtnis spielt – bei den aktiven Teilnehmenden sogar leicht vergrößerte. Gleichzeitig verbesserten sich ihre Gedächtnisleistungen. Die Ergebnisse, veröffentlicht im renommierten Fachjournal Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS), gelten bis heute als Meilenstein der Altersforschung.

Wie Bewegung diese Veränderungen bewirkt, wird intensiv erforscht. Bekannt ist inzwischen, dass körperliche Aktivität die Ausschüttung verschiedener Wachstumsfaktoren fördert, darunter des sogenannten BDNF (Brain-Derived Neurotrophic Factor). Dieses Eiweiß unterstützt Nervenzellen dabei, neue Verbindungen zu bilden, bestehende Netzwerke zu stabilisieren und Lernprozesse zu erleichtern. Viele Forschende bezeichnen BDNF deshalb anschaulich als eine Art „Dünger für das Gehirn“ – auch wenn der biologische Prozess natürlich deutlich komplexer ist.

Doch Bewegung wirkt nicht nur auf das Gedächtnis. Sie verbessert die Durchblutung des Gehirns, kann Entzündungsprozesse verringern, hebt die Stimmung und hilft, Stresshormone abzubauen. All diese Faktoren tragen dazu bei, dass das Gehirn leistungsfähig bleibt. Große Übersichtsarbeiten kommen deshalb zu dem Schluss, dass regelmäßige körperliche Aktivität das Risiko für einen geistigen Abbau und bestimmte Demenzerkrankungen senken kann – auch wenn sie diese nicht vollständig verhindern kann.

Für Sebastian Kneipp wären diese Erkenntnisse nicht überraschend, denn für ihn bildeten Körper und Geist eine untrennbare Einheit. Bewegung war in seinem Gesundheitskonzept deshalb weit mehr als Muskeltraining: Sie sollte den gesamten Menschen stärken, neue Energie schenken und das seelische Gleichgewicht fördern. Heute würden Neurowissenschaftler diesen Gedanken vermutlich mit anderen Begriffen beschreiben – die Grundaussage aber ist dieselbe geblieben.

Das Ermutigende daran: Niemand muss zum Marathonläufer werden. Schon regelmäßige Spaziergänge, Radfahren, Tanzen oder Gymnastik regen das Gehirn an und fördern seine Anpassungsfähigkeit. Jeder Schritt trainiert deshalb nicht nur die Beine, sondern auch den Kopf. Wer sich bewegt, investiert zugleich in seine geistige Fitness – und schafft beste Voraussetzungen dafür, auch im Alter neugierig, lernfähig und selbstständig zu bleiben.