Wie Bewegung unser Herz stark und gesund hält
Unser Herz ist ein echtes Hochleistungsorgan. Rund um die Uhr pumpt es Blut durch unseren Körper und sorgt dafür, dass Muskeln, Gehirn und Organe mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt werden. Etwa 100.000 Mal schlägt es an einem einzigen Tag – ohne Pause, ein Leben lang. Umso wichtiger ist es, dieses erstaunliche Organ gut zu behandeln. Und eine der besten Möglichkeiten dafür ist Bewegung.
Sobald wir zügig gehen, Rad fahren, schwimmen oder joggen, brauchen unsere Muskeln mehr Sauerstoff. Das Herz reagiert sofort: Es schlägt schneller und pumpt mehr Blut durch den Körper. Was zunächst nach zusätzlicher Arbeit klingt, ist für das Herz ein wertvolles Training. Wer sich regelmäßig bewegt, trainiert nämlich nicht nur Beine, Arme oder Rücken, sondern auch den Herzmuskel. Das Herz kann kräftiger werden und mit jedem Schlag mehr Blut durch den Körper befördern. Dadurch muss ein gut trainiertes Herz in Ruhe häufig weniger oft schlagen, um den Körper ausreichend zu versorgen. Auch die Blutgefäße profitieren. Regelmäßige Bewegung unterstützt ihre Funktion und wirkt sich günstig auf wichtige Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen aus. So kann körperliche Aktivität unter anderem dazu beitragen, Blutdruck, Blutzucker und Cholesterinwerte positiv zu beeinflussen.
Wie wichtig Bewegung für die Herzgesundheit ist, zeigen aktuelle Zahlen besonders eindrucksvoll. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO bewegten sich 2022 weltweit rund 31 Prozent der Erwachsenen nicht ausreichend. Das entspricht etwa 1,8 Milliarden Menschen. Bewegungsmangel erhöht unter anderem das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Schlaganfall und Typ-2-Diabetes.
Dabei müsste niemand zum Leistungssportler werden, um seinem Herzen etwas Gutes zu tun. Die WHO empfiehlt Erwachsenen 150 bis 300 Minuten Bewegung mit moderater Intensität pro Woche. Das klingt zunächst nach viel. Auf die Woche verteilt sind 150 Minuten aber beispielsweise fünfmal eine halbe Stunde. Und diese halbe Stunde kann ganz unterschiedlich aussehen: ein flotter Spaziergang, eine Runde mit dem Fahrrad, Schwimmen, Wandern oder Gartenarbeit. Entscheidend ist, dass der Kreislauf etwas in Schwung kommt und Bewegung regelmäßig zum Alltag gehört.
Wie groß der Effekt sein kann, zeigt eine Berechnung von WHO Europa: Würden sich die Menschen in der Europäischen Union mindestens 150 Minuten pro Woche moderat bewegen, könnten bis zum Jahr 2050 schätzungsweise 3,8 Millionen neue Fälle von Herz-Kreislauf-Erkrankungen verhindert werden.
Es muss nicht immer die große Trainingseinheit sein. Zu Fuß zum Bäcker gehen, Treppen statt Aufzug nehmen, nach dem Essen eine Runde spazieren oder kleinere Wege mit dem Fahrrad erledigen – all das bringt Bewegung in den Tag. Wer lange wenig aktiv war, kann klein anfangen und sich langsam steigern. Aus zehn Minuten werden vielleicht irgendwann zwanzig oder dreißig. Entscheidend ist nicht die sportliche Bestleistung, sondern die Regelmäßigkeit.
Bewegung ist für unser Herz weit mehr als Training. Sie hilft ihm, leistungsfähig zu bleiben, unterstützt gesunde Blutgefäße und wirkt wichtigen Risikofaktoren entgegen. Jeder Spaziergang, jede Fahrradrunde und jede aktive Pause ist deshalb auch ein kleines Stück Herzvorsorge.
